Ich hasse Fahrradfahrer!!! | Motztag #2

Einen guten Motztag euch allen!

Heute muss ich mal über ein Thema motzen, das mir seit geraumer Zeit unter den Nägeln brennt – ich hole mal kurz ein bisschen aus und gebe eine Beispielsituation:

Am Samstag haben Chriz, Lou und ich uns mit einer Freundin getroffen. Da unser Kinderwagen im Keller steht, haben die Motte und ich draußen auf dem Gehweg auf den Papa gewartet, der den mobilen Untersatz organisieren sollte. Der Gehweg hier vor dem Haus ist wunderbar breit und das tollste daran, direkt neben diesem mega breiten Gehweg ist ein echt angenehm breiter Fahrradweg – coole Sache, sollte man denken.
Tja, nun steh´ ich also auf diesem GEHweg und warte auf den Mann mit Kinderwagen, als ein Pärchen – vielleicht Anfang 30 (?) – auf Fahrrädern auf dem GEHweg trotz FAHRRADweg auf mich zubraust. Die beiden haben mich wohl auch schon aus der Entfernung gesehen, aber scheinbar fanden sie weder die Möglichkeit FAHRRADweg noch die Möglichkeit hinter einander zu fahren, wirklich ansprechend und waren scheinbar der festen Überzeugung ich würde aus dem Weg springen, nur damit die beiden ihr Gespräch in aller Seelenruhe fortsetzen könnten.

Hab ich nicht gemacht.

Einen halben Meter vor mir legt der Herr dann eine Vollbremsung ein und wirft mir absolut schockierte Blicke zu. Dieser Dialog folgte:

Er: „Wieso bist du denn nicht zur Seite gegangen, du hast doch gesehen, dass ich auf dich zufahre!“

(Anmerkung: Ich verstehe nicht, wieso sich fremde Menschen immer das Recht heraus nehmen mich zu duzen. Ich bestehe ja eigentlich nicht auf das „Sie“, aber wenn ich eine Person nicht kenne, ist das doch eine Höflichkeitsform. Abgesehen davon hätte ich eine Entschuldigung angemessen gefunden – just saying.)

Ich: „Wieso benutzen Sie denn nicht den Fahrradweg da drüben? Ich wusste nicht, dass ich auf dem Gehweg auch noch Fahrradfahrern ausweichen muss.“

Er: „Darum geht´s doch jetzt gar nicht, ich hätte dich überfahren können.“

Ich: „Wären Sie auf dem Fahrradweg gefahren, wäre gar nichts passiert.“

Er: „Ich will aber nicht auf dem Fahrradweg fahren.“

Ich: „Dafür ist er aber doch da. Das hier ist ein GEHweg auf dem GEHT man – da drüben ist ein FAHRRADweg, auf dem fährt man Fahrrad.“

Er: „Ich kann fahren wo ich will.“

Ich: „Das sieht die Straßenverkehrsordnung aber anders.“

Gespräch mehr oder weniger beendet, beim davon brausen fielen seinerseits noch ein paar Schimpfwörter, aber die muss ich gerade nicht zitieren.

Der heutige Motztag richtet sich an die Fahrradfahrer, die der festen Überzeugung sind, die Straßenverkehrsordnung gilt für alle, außer für sie selbst. Ich erlebe es Tag für Tag – Fahrradfahrer, die auf Gehwegen fahren. Fahrradfahrer, die auf der falschen Straßenseite fahren. Fahrradfahrer, die über eine Fußgängerampel fahren OBWOHL DANEBEN DER FAHRRADWEG INKLUSIVE AMPEL IST. Fahrradfahrer, die zwar theoretisch den Fahrradweg nutzen, aber spontan zu fahrenden Fußgängern mutieren, sobald die Fahrradampel rot und die Fußgängerampel grün ist.

Ganz ehrlich? So schwer ist das doch wirklich nicht!

  1. Fahrtrichtung: Man fährt prinzipiell auf der rechten Spur. Also MIT den Autos, nicht gegen die Autos.
  2. Wenn ein Fahrradweg vorhanden ist, dann benutzt man den auch gefälligst!!! Ein Gehweg ist NICHT zum Fahren da!
  3. Ausnahme: Kinder werden sogar dazu angehalten den Gehweg zu nutzen, die dürfen. Sobald du Flaum im Gesicht oder deine Periode hast, bist du kein Kind mehr und wenn du bei allen anderen Dingen erwachsen sein kannst, ein eigenes Smartphone willst und möchte-gern-ästhetische Nacktfotos über Dating-Apps verteilst, DANN bist du kein Kind mehr und du (inklusive Fahrrad) hast auf dem Gehweg nichts mehr verloren.
  4. Gibt es keinen Fahrradweg und du bist kein Kind mehr, fährst du auf der Straße und hältst dich an die Straßenverkehrsordnung. Rote Ampel bedeutet, dass auch du stehen bleiben musst. Vorfahrtsregeln gelten auch für dich und selbst wenn du theoretisch Vorfahrt hättest – leg dich nicht mit einem Auto an, du ziehst den Kürzeren und keiner wird glücklich.

Es macht einfach keinen Spaß, wenn man spazieren geht und die halbe Strecke damit beschäftigt ist, Fahrradfahrern auszuweichen, die da eigentlich gar nichts zu suchen haben!!!

Auto, LKW, Bus, Roller – alles braucht ein Kennzeichen (und wenn es auch „nur“ ein Versicherungskennzeichen ist) – wieso müssen Fahrräder eigentlich kein Kennzeichen tragen? Damit würden Fahrradfahrer nicht mehr in der Anonymität verschwinden und man könnte sie melden. Leider (!) ist in den meisten Fällen nämlich keine Polizei zur Stelle und wo kein Kläger da kein Richter… so lange man nicht direkt erwischt wird, kann man ja machen was man möchte – interessiert ja keinen.

Meiner Meinung nach zählt dieses rücksichtslose Verhalten vieler Fahrradfahrer als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und sollte dem entsprechend auch verfolgt und bestraft werden. Kleine Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung können vielleicht nicht ausreichend schnell reagieren und Unfälle sind vorprogrammiert.
Oft genug sind Fahrradfahrer in (tödliche) Unfälle verwickelt und auch wenn sie meist selbst zu „Opfern“ werden, würden viele dieser Unfälle nicht passieren, wenn sich jeder an die Regeln halten würde …

Oder wie seht ihr das? Berechtigter Ärger oder total übertrieben?

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4 Comments

  1. Hallo Elena! 🙂
    Deswegen gleich pauschal alle Fahrradfahrer als Rowdies darzustellen und niederzumachen, finde ich gleichsam übertrieben wie auch nicht ok.
    Das Fahrrad ist nunmal das schnellste Verkehrsmittel in der Stadt, deswegen fahre ich jeden Tag damit. Und es ist gut für Umwelt und Gesundheit, bietet also viele Vorteile.
    Natürlich ist es auch nicht in Ordnung, die StVO zu ignorieren. Aber nur weil dir einige Radfahrer unangenehm auffallen, sind nicht gleich alle blöd und wollen mutwillig andere Menschen in Gefahr bringen. Wenn ein Radweg vorhanden ist, ist dieser natürlich zu benutzen, sofern keine Gründe (Kind, Baustelle etc.) dagegen sprechen!

    Allerdings – und das ist meine persönliche Einstellung – hättest du dem Pärchen auch einfach aus dem Weg gehen können. Du bist zwar vollkommen im Recht und deine Kritik in dieser Situation angebracht, aber ich frage mich in solchen Situationen immer, ob es sich lohnt, mich wegen solchen „Banalitäten“ jetzt so aufzuregen? Ich denke mir immer, Leute, die sich so rücksichtslos Verhalten wie das von dir beschriebene Pärchen, verdienen es nicht, dass ich mich mit ihnen beschäftige, und deswegen suche ich den „Weg des geringsten Widerstandes“ 😉

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Österreich,
    Daniela 🙂

    1. Hallo Daniela,

      ich richte diesen Motztag an alle Fahrradfahrer, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten.
      Der Titel ist – in der Tat – sehr allgemein gehalten, aber das ist lediglich Provokation, also ein
      Stilmittel.
      Im weiteren Text steht dann ja sehr klar, wer sich angesprochen fühlen sollte 🙂

      Von 10 Fahrradfahrern halten sich (zumindest hier) vielleicht 2 an die Regeln, der Rest fährt kreuz und
      quer wie er es denn gerade lustig findet. Da habe ich mir leider nicht die paar schwarzen Schafe raus
      gesucht, sondern es hat echt Seltenheitswert, wenn mal ein Radfahrer sowohl auf dem Radweg als auch auf
      der richtigen Straßenseite fährt und sich dazu noch an die Ampeln hält…

      Theoretisch hätte ich das vielleicht gekonnt. Fakt ist aber, dass nicht ich mich daneben benommen habe,
      sondern das Pärchen. Fehlverhalten dauerhaft zu ignorieren und quasi sogar zu unterstützen, weil ich ja
      Platz mache, finde ich falsch.
      Also nein, ich gehe da sicher nicht den Weg des geringsten Widerstandes, sondern lasse es diese Menschen
      auch gerne wissen, dass nicht jeder springt, nur weil sie denken, ihnen würde die Welt gehören 🙂

      Danke trotzdem für deinen Kommentar und deine Sicht auf die Dinge, es ist schön, wenn ein Dialog entsteht 🙂

      Liebe Grüße,
      Elena

  2. Ich bin wegen einem Fahrradfahrer in der Fahrschulprüfung durchgefahren, weil der Idiot MITTEN AUF DER STRAßE fahren musste und nicht auf dem Fahrradweg. Und als ich abbiegen wollte, hat er 2x die Fahrtrichtung gewechselt, einmal fast unter mein Auto -> Fahrlehrer greift ein -> Prüfung durchgefallen.
    Die machen mich immer wieder so sauer. Manchmal würde ich die ernsthaft mal anfahren wollen (nicht verletzen, sondern so „anschubsen“ mit dem Auto), vielleicht kapieren sie dann, dass sie ihre Seite nutzen sollten 🙁

    1. Gut, so weit würde ich jetzt nicht gehen, aber ich muss halt immer
      wieder anmerken, dass ein Radfahrer gegen ein Auto immer den Kürzeren
      ziehen wird und verletzt / tot aus einem Unfall hervor geht.
      Allein deshalb wäre es mir als Radfahrer doch schon wichtig mich an
      die Straßenverkehrsordnung zu halten – ich schütze dadurch ja auch
      mein eigenes Leben.

      Dazu kommt, dass ein Autofahrer, der unverschuldet einen Radfahrer tot
      fährt, auch immer eine Teilschuld zugesprochen bekommt. Ganz davon ab-
      gesehen, dass einen das natürlich auch ein Leben lang verfolgen würde.

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