life update – Teil 1

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. . . wow. Mein letzter Beitrag ist mittlerweile über einen Monat her und in dieser Zeit ist eine ganze Menge passiert. Super Konzerte, sehr sehr leckeres Essen, ein bisschen Planung fürs Jahresende und Konzerte fürs nächste Jahr, das ein oder andere Abenteuer, adieu Dreads – hallo Sidecut und vor allem eine Sache, die mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt hat und meine Planung absolut über den Haufen geworfen hat.
Und eben weil diesen Monat so unglaublich viel passiert ist, teile ich das Life Update in zwei Teile und rücke heute erst einmal mit der ganz ganz ganz großen Neuigkeit raus – den Rest gibt es dann wahrscheinlich am Mittwoch hier zu finden : )

Heute vor einem Monat hatte erster-ultraschall-kopieich einen Termin bei meiner Hausärztin um ein großes Blutbild erstellen zu lassen. In erster Linie wollte ich einfach mal überprüfen lassen, ob meine Werte passen oder ob ich aufgrund der vegetarischen Ernährung doch Nahrungsergänzungsmittel brauche.
Meine Blutwerte sind super – hipp hipp hurray -, die einzige Auffälligkeit, die mein Blutbild vorzuweisen hatte, war ein HcG-Wert in Höhe von 12.000.

HcG (humanes Choriongonadotropin) ist DAS Schwangerschaftshormon schlecht hin. An diesem Wert wird die Schwangerschaft als solche festgestellt, es kann festgestellt werden, ob Zwillinge erwartet werden und auch Komplikationen einer Schwangerschaft können frühzeitig erkannt werden (als Beispiel: Bauchhölenschwangerschaft). Aber das habe ich mir auch erst angelesen, nachdem ich die Blutergebnisse bekommen habe.
Meine Hausärztin hat mich beim Erklären der Blutwerte also fröhlich angegrinst und meinte wörtlich zu mir „Also Frau …, Ihre Blutwerte sind tip top und meine herzlichsten Glückwünsche, Sie sind in der achten Woche schwanger!“

Puh. Da musste ich erst einmal schlucken und nochmal nachfragen, denn meine Planung für die nächsten Jahre sah anders aus. Ich habe vor etwa einem halben Jahr die Pille abgesetzt und wollte mir Ende Oktober eigentlich die Kupferbällchen-Kette einsetzen lassen, damit wäre die Kinderplanung für die nächsten drei bis fünf Jahre erst einmal in die ferne Zukunft gerutscht und ich hätte mich auf das konzentrieren können, was laut fünf-Jahres-Plan aktuell auf der To-Do-Liste stehen würde. ABER : P u s t e k u c h e n !

In der Zwischenzeit hat sich jemand, ohne Rücksicht auf meine Pläne, verselbstständigt und wenn ich so darüber nachdenke, was ich noch so alles gemacht habe – ich habe die ersten Wochen der Schwangerschaft tatsächlich rein gar nichts gemerkt -, ist es eigentlich ein Wunder, dass die kleine Erbse tatsächlich noch da ist. Ich habe weiter gearbeitet, dabei transferiert, gelagert, …, außerdem war ich im Fitness-Studio und habe noch 120 kg Beinpresse gedrückt und selbst meine Frauenärztin war positiv vom Kampfgeist dieses kleinen Würmchens begeistert.

Nachdem der erste Schock verdaut war und ich die Situation wirklich realisiert habe, muss ich sagen, bin ich mittlerweile sogar manchmal richtig glücklich darüber und freue mich auf das Leben als Mama und vor allem auf den Rest der Schwangerschaft. Ich kann ehrlich gesagt auch nicht erwarten die ersten Bewegungen zu spüren und einfach zu spüren, dass da wirklich ein kleines Leben in mir heran wächst (auch wenn der Gedanke irgendwie ein bisschen ekelig ist – ein habe eindeutig zu viel „The Big Bang Theory“ geguckt und Sheldon hat sehr überzeugende Argumente).

Mein Leben ist in letzter Zeit eigentlich schon – ganz unabhängig von dieser neuen Situation – kompliziert genug und ich habe dringend eine Auszeit gebraucht, um meine Gedanken und Gefühle neu zu ordnen und mich zu sammeln. Dann noch mit einer ungeplanten Schwangerschaft umzugehen, hat das Ganze nicht einfacher gestaltet, sondern noch viele neue Gedankengänge in die Überlegungen mit eingeworfen.
Meine Hausärztin hat mich daher einen Monat krank geschrieben, damit ich Zeit und Ruhe habe um mich neu zu sortieren. In dieser Zeit sollte ich mir auch Gedanken darüber machen, was die Schwangerschaft für mich bedeutet, in wie weit sich mein Leben in Zukunft ändert und vor allem, ob ich mich schon bereit für ein Kind fühle oder nicht. Anschließend hätte ich genug Raum gehabt um diese Neuigkeit mit Familie, Freunden und – natürlich – auch meinem Arbeitgeber zu teilen.

Mein Arbeitgeber ist mir nur – freundlicherweise (Achtung Ironie) – zuvor gekommen und hat mich, ohne Angabe von Gründen aber offensichtlich aufgrund meiner Krankschreibung, gekündigt. Trotz der Mitteilung über meine Schwangerschaft und dem Hinweis darauf, dass die Kündigung einer Schwangeren nichtig ist, hatte ich unglaublichen Stress und Ärger und war zeitweise auch wirklich verzweifelt, weil kein Entgegenkommen seitens meines Arbeitgebers zu sehen war. Über eine Woche lang bin ich zwischen Anwalt, Arzt und Arbeitsamt hin und her gedüst, kam kaum zum Schlafen und wenn ich mich dann endlich hingelegt habe und einfach nur noch Ruhe wollte, hat mein Arbeitgeber mich mit E-Mails zu absolut unangebrachten Zeiten terrorisiert. Aber das war natürlich nicht genug. Statt die Angelegenheit erst einmal mit mir zu klären, wurde meine Schwangerschaft bereits ohne mein Wissen und ohne mein OK im Team öffentlich gemacht und ich damit in eine Situation gedrängt, in der ich mich im schlimmsten Fall auch noch hätte rechtfertigen und erklären müssen. Irgendwann war mir der Stress und dieser Psycho-Terror wirklich zu viel und bei einem Arztbesuch bin ich dann einfach zusammen gebrochen und habe mich jemandem anvertraut, der die gesamte Situation neutral betrachten und beurteilen kann. Ich habe geheult und war mit den Nerven wirklich am Ende – mein Arzt hatte irgendwann so Mitleid mit mir, dass er mir sogar angeboten hat, sollte es zu einer Kündigungsschutzklage kommen, vor Gericht auszusagen und zu bestätigen, dass die Art und Weise meines Arbeitgebers mich wirklich kaputt gemacht hat.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Pause einfach gebraucht. Ich habe Zeit gebraucht um mich zu ordnen und habe mich daher auch aus den Social Media Sachen zurück gezogen, nicht mehr gebloggt, mein Facebook einstauben lassen und sogar instagram habe ich vernachlässigt.
Mittlerweile geht es mir besser. Nach zwei Attesten (mein Hausärztin hat nämlich keine Ahnung und ihre Zulassung im Lotto gewonnen – I R O N I E) und einem E-Mail-Terror-Krieg wurde die Kündigung zurück genommen und ich bin finanziell erst einmal abgesichert.
Zu hundert Prozent realisiert was jetzt noch alles auf mich zukommt, habe ich noch nicht, aber mittlerweile bin ich glücklicherweise an dem Punkt, an dem ich mich auf mich und die Schwangerschaft konzentrieren kann und die schönen Momente in vollen Zügen genießen kann.
Außerdem hat meine Frauenärztin ein Beschäftigungsverbot ausgestellt und ich muss mich damit auch dem Stress und dem Druck, die mein Arbeitgeber auf mich ausgeübt hat, nicht mehr aussetzen!

Ich bin jetzt in der zwölften Schwangerschaftswoche (11+4) und so gut wie aus dem kritischen Zeitraum raus. Mein Blog wird also in naher Zukunft auch etwas umstrukturiert werden und ich werde meine Schwangerschaft in Bild und Wort festhalten. Anfang Dezember habe ich den nächsten Termin und sehe die kleine Erbse dann zum zweiten Mal auf dem Ultraschall – ich bin jetzt schon aufgeregt : D

p.s.: ich habe einen neuen Account auf ask.fm (klicken), ihr könnt mir da gerne folgen und eure Fragen stellen! Und auch auf instagram (klicken) findet ihr vermutlich öfter mal das ein oder andere Foto / Mini-Update!

5 comments on “life update – Teil 1

  1. ..du erwähnst den vater des kindes/deinen partner(?!) überhaupt nicht?

    • In dem Beitrag geht es auch in erster Linie um ein Life-Update meiner Wenigkeit 🙂
      Nachdem ich in naher Zukunft vermutlich mehr über meine Schwangerschaft bloggen werde,
      werde ich mit Sicherheit auch etwas über ihn schreiben, allerdings war das hier ja im
      Grunde genommen einfach nur ein „so sieht die Situation jetzt aus“ und da kann ich nur
      von / über mich und meine Gefühle schreiben – für ihn sprechen oder seine Gefühle zu
      thematisieren ist meiner Meinung nach nicht meine Aufgabe und steht mir auch nicht zu.

      Aber abgesehen davon: der Papa von der kleinen Erbse freut sich mittlerweile auch schon
      auf das Kleine und ist genau so neugierig wie ich, ob wir einen kleinen Jungen oder doch
      ein kleines Mädchen bekommen 🙂

  2. Glückwunsch zur Schwangerschaft!
    Mies, dass es so angegangen hat mit deinem Arbeitgeber. Ist zwar noch was hin, aber ich würde mich nach einem anderen Arbeitgeber umsehen. Es ist echt der Hammer, wie manchmal mit schwangeren Frauen umgegangen wird. Dabei sichern Kinder denen doch später die Rente 😀
    Weitergin alles Gute mit dem/der Kleinen 🙂

    • Dankeschön : )
      Ich fand es auch sehr sehr heftig, vor allem weil man ja auch denkt man kennt die Personen.
      Habe ja in einem kleinen Team gearbeitet…
      Aber naja – man kann den Leuten eben doch nicht hinter den Kopf gucken!
      Ich gehe ohnehin davon aus, dass sie mich kündigen, sobald sie die Möglichkeit haben und selbst
      wenn nicht, da möchte ich nicht weiter arbeiten : D
      Dankeschön : )

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