Montage sind zum Motzen da. | Motztag #1

… Montage sind zum Motzen da – hab´ ich zumindest mal gehört. Schreit doch gerade zu nach einer neuen Kategorie hier auf dem Blog! Also gibt´s heute den ersten Motztag!

Mein erstes Thema passt auch ganz gut in die Kategorie „Mama-Blog“, denn es geht um´s Stillen. Lou stillt mittlerweile seit 9,5 Monaten voll – für sie super, für mich super, wir laufen also echt gut damit. Es ist auch nicht so, dass ich ihr „normale“ Nahrung vorenthalte. Zwar gilt hier das Prinzip „breifrei“ (dazu bei Gelegenheit mehr), aber es gibt ja auch BLW (baby led weaning) und Lou bekommt täglich mehrfach ein Angebot an fester Nahrung – sie hat nur keinerlei Interesse daran eine Milchmahlzeit zu ersetzen.
Aber wie gesagt – dazu an anderer Stelle mehr (ich schreibe bereits an einem Beitrag zu unserer Stillbeziehung), denn heute geht es darum, wie unser Umfeld darauf reagiert.

Mit mittlerweile fast 10 Monaten Stillbeziehung gehören Lou und ich bereits zu den „Langzeitstillenden“. Ich finde diesen Begriff sehr irreführend, suggeriert er doch, dass eine lange Stillbeziehung etwas negatives oder unnormales sei. Fakt ist doch, dass das biologische Abstillalter eines Kindes irgendwo zwischen dem 2. und 7. Geburtstag liegt – in unserer „modernen“ Gesellschaft ist es nur nicht mehr Mode sein Kind so lange zu stillen.
Viele Frauen stillen um den ersten Schub des Babys (um die fünfte Woche), die drei-Monats- bzw. die sechs-Monats-Marke ab und nur ein Bruchteil stillt bis zum ersten Geburtstag und darüber hinaus.

Ich möchte mir kein Urteil über Mütter bilden, die gar nicht bzw. nur kurz stillen, denn ich denke, das muss jeder mit sich, seinen Möglichkeiten und seinem Gewissen vereinbaren können, aber wir genießen diese Situation sehr und ich bin nicht gewillt daran etwas mit Gewalt zu ändern. Seit Lou aber vier Monate alt ist, fangen die Menschen in unserem Umfeld an, sich ganz extrem in unsere Stillbeziehung einmischen zu wollen.

„Du stillst immer noch?“

„Jetzt muss sie aber doch mal Brei essen!“

„Die hängt dir noch an der Brust, wenn sie in die Schule kommt!“

„Ich habe da letztens mit der Freundin einer Bekannten geredet, deren Mutter Krankenschwester ist
und die sagt, dass die Mutter der Bekannten gesagt hat, dass ein Kind in dem Alter unbedingt Brei
essen muss, weil es sonst schlimm krank wird!“

„Wenn du endlich abstillen würdest, könntest du dein Kind auch mal abgeben und frei machen!“

Diese und ähnliche Sätze muss ich mir in regelmäßigen Abständen an den Kopf knallen lassen und ganz ehrlich? ICH BIN ES LEID. Ich bin es unendlich leid, dass sich Menschen, die uns höchstens ein Mal im Monat sehen (wenn überhaupt), so absolut übergriffig in unser Leben einmischen und das, obwohl sie nicht den Hauch einer Ahnung haben und auch nicht gewillt sind sich richtig zu informieren.

Ich möchte hier wirklich keine Grundsatzdiskussion über Kinderernährung lostreten, weil ich der (romantischen) Vorstellung unterliege, dass sich Mütter ordentlich informieren bevor sie sich für oder gegen eine Variante der Ernährung entscheiden, ABER im ersten Lebensjahr ist die Hauptnahrungsquelle für Babys die Muttermilch. Gerade mal ein Bruchteil der Mütter können (körperlich) nicht stillen (2%) bzw. geben nicht genug Milch – im Regelfall bedeutet das also: Ein Baby braucht Muttermilch – ein Baby braucht keine Pre-Nahrung, keinen Brei, kein Obst / Gemüse / Fleisch (das ist ja die nächste Diskussionsgrundlage) / …

Eure Einmischungen mögen nicht aus bösem Willen geschehen – ich gehe sogar davon aus, dass ihr diese Dinge nur gut meint und eure Bedenken / Fragen / Ungewissheit nur sehr ungeschickt äußert, aber ich wünschte mir, dass sich die Menschen folgenden Satz zu Herzen nehmen:

Ratschläge sind auch Schläge.

Und die brauche ich nicht. Wenn ich mir bei etwas unsicher bin, noch Fragen offen sind und ich Rat, Unterstützung oder einfach jemanden zum Zuhören und zum Austausch brauche, dann wende ich mich an die Personen, die – für mich – die richtige Anlaufstelle darstellen. Das kann meine Mama sein, eine Freundin, eine andere Mama oder – und ich kann nicht oft genug sagen, wie dankbar ich für diese Unterstützung bin – unsere Hebamme.

Liebe (Jung-)Mamas – bitte bitte bitte lasst euch nicht von Menschen verrückt machen, die euch das Stillen, das Familienbett, das Tragen, … schlecht reden. Hört auf euren Instinkt und verlasst euch auf euer Gefühl, nicht auf das, was die Mutter der Bekannten einer Freundin gesagt hat. Ständige Einmischungen von Außen haben nur eins zur Folge: Sie stören die Beziehung von Mutter und Kind – aber darüber denken die Menschen leider nicht nach.


p.s.: Der Motztag ist keine reine Mama-Blog-Kategorie und die nächsten Beiträge werden auch Themen behandeln, die nicht nur Mamas interessieren! Bis dahin …

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